Lernen im Alter

Lässt die Lernfähigkeit im Alter tatsächlich nach? Psychologie, Hirn- und Altersforschung sagen nein. Lediglich das Lernen, das ein schnelles Reagieren erfordert, vermindert sich in zunehmendem Alter. Ältere Menschen lernen also langsamer als jüngere, aber dafür genauer und im Hinblick auf den von ihnen selbst bestimmten Lernbereich auch sinnvoller.

Der besondere Wert vom Lernen im Alter liegt gerade in der Möglichkeit, dass man lernen kann, was man will, und nicht, was man soll oder muss. Sieht man das eigene Altern als positive Entwicklung und nicht als negativen Prozess, dann wird das Lernen zum ebenso notwendigen wie kreativen Bestandteil der persönlichen Lebensgestaltung.

Endlich Zeit haben für das, was man schon immer tun wollte. Dieser Satz ist für viele Menschen der Leitgedanke, mit dem sie ihren dritten Lebensabschnitt beginnen. Sich neu zu orientieren, etwas Neues zu lernen und zu verstehen sind nachweislich die besten Voraussetzungen für einen aktiven und zugleich gesunden Lebensstil bis ins hohe Alter. In diesem Zusammen- hang sind Bildung und Weiterbildung die Schlüsselbegriffe für ein nachberufliches oder nachfamiliäres Lebenskonzept.

Hierbei geht es aber nicht um die etablierten rezeptiven Lernformen, das heißt um die reine Anhäufung von Wissen ohne Sinn und Bezug. Vielmehr stehen das individuelle Interesse und die persönliche Freude am jeweiligen Bildungsbereich, die Kommunikation mit Gleichgesinnten und vor allem die Selbstbestimmung im Zentrum dieser konstruktiven Lernprozesse. Eine Möglichkeit, dieses selbstgesteuerte Lernen zu entdecken und ihm nachzugehen, bietet die wissenschaftliche Weiterbildung.

 



Das Studium der Kunstgeschichte an der Winckelmann Akademie basiert auf diesen konstruktiven Lernprozessen und bietet damit eine Neuorientierung im Alter. Das Studienprogramm ist auf die spezifische Lernsituation von älteren Studierenden abgestimmt. Ohne Leistungs- oder Prüfungsdruck beschäftigen sich die Studierenden mit dieser Geisteswissenschaft, wodurch sie neue Interessens- und Tätigkeitsfelder für sich persönlich erschließen können.


Das Studium erweitert den eigenen Horizont, bereichert den Alltag und liefert Hintergrundwissen für Reisen, Diskussionen und gesellschaftliche Themen.